Betreuung

Trainingswissenschaft

Weitsprung

Die Betreuung der Bundeskaderathleten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes sowohl im Bundesstützpunkt Frankfurt als bei zentralen Maßnahmen umfasst die biomechanische Technikanalyse und die Diagnostik konditioneller Fähigkeiten wie Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit in verschiedenen Ausprägungsformen.

Bei der biomechanischen Technikanalyse wird der Bewegungsablauf des Athleten von der Seite mit einer Hochfrequenz-Videokamera aufgenommen und anschließend mit Hilfe von speziellen Computerprogrammen analysiert. Aus dieser zweidimensionalen kinematischen Analyse entsteht ein Diagnosebogen mit 38 ausgewählten Merkmalen des Anlaufs, des Absprungs und der Landung, welche die Beurteilung der technischen Leistungsfähigkeit des Athleten ermöglichen.

Diese  Merkmale sind:

Tabellarisch dargestellte Parameter

  • Offizielle Weite
  • Erwartete Weite: ist die anhand der maximalen Anlaufgeschwindigkeit errechnete (statistisch erreichbare) Sprungweite
  • Effektive Weite: Summer der offiziellen Sprungweite und des Weitenverlusts im Absprung
  • Verlust im Absprung: Abstand von der Fußspitze bis zur Vorderkantedes Balkens
  • Entfernung 6L / 4L (Entfernung der Fußspitze im sechst- bzw. viertletzten Kontakt zur Vorderkante des Absprungbalkens)
  • Absprungdauer
  • Stemmwinkel (s. Bild)
  • Rumpfwinkel beim Absprung (Lagewinkel des Rumpfes zu Beginn des Absprungs)
  • Rumpfrotation (Winkeldifferenz des Rumpfes zwischen Beginn und Endes des Absprungs. Definiert die Drehung des Rumpfes in der sagittalen Ebene)
  • Amortisation (minimaler Kniewinkel des Sprungbeins beim Absprung)
  • Abflugwinkel des KSP
  • Winkel des Schwungbeinoberschenkels
  • Geschwindigkeit des Schwungbeinoberschenkels (definiert als Durchschnittsgeschwindigkeit während der Absprungbewegung)
  • Landeweite
  • Landeverlust (Entfernung zwischen dem Aufsatzpunkt der Fersen und der hinterste Markierung im Sand, wenn der Athlet den Boden mit irgendeinem Körperteil hinter den Fersen berührt)
  • Rumpfwinkel (Lagewinkel des Rumpfes zu Beginn der Landung)
  • Kniewinkel  (Winkel des Knies vom Landebein zu Beginn der Landung)
  • Hüftwinkel  (Winkel der Hüfte des Landebeins zu Beginn der Landung)
  • Landeindex (kennzeichnet die Lage des Körpers im Verhältnis zum Landpunkt der Fersen)
  • Effektive Landedifferenz (Differenz zwischen dem Landepunkt der Fersen und der theoretischen Weite der KSP-Flugparabel bis zum Boden)

Graphisch dargestellte Parameter

  1. Trend V-Anlauf / Weite: zeigt das individuelle Verhältnis zwischen der Anlaufgeschwindigkeit (Horizontalachse) und der effektiven Sprungweite (Vertikalachse) bei allen ausgewerteten Versuchen des Athleten.
  2. Schrittlänge:

    • Länge der drei letzten (3L / 2L / 1L) Anlaufschritte
    • Veränderung 2L (prozentual im Verhältnis zu 3L) und 1L (prozentual im Verhältnis zu 2L)
  3. Abstand Knie des Schwungbeins zum Knie des Standbeins im vorletzten Stütz (Vorbereitung des Sprungbeins)

  4. Anlaufgeschwindigkeit Verlauf der horizontalgeschwindigkeit in den letzten drei Anlaufschritten

  5. KSP-
    • Höhe (linke Vertikalachse) zu Beginn des Stützes in den letzten drei Anlaufschritten
    • Absenkung (rechte Vertikalachse) zu Beginn des Absprungs im Vergleich zum 3L und 2L
  6. Trend Vertikalgeschwindigkeit / Geschwindigkeitsverlust (im Absprung): zeigt das individuelle Verhältnis zwischen der erzeugten Vertikalgeschwindigketi (Vertikalachse) und dem Geschwindigkeitsverlust im Absprung (Horizontalachse) bei allen ausgewerteten Versuchen des Athleten.

  7. Geschwindigkeitsbilanz: Verhältnis zwischen der erzeugten Vertikalgeschwindigkeit und dem Verlust an Horizontalgeschwindigkeit beim Absprung